Warum gibt es jetzt Profi-Volleyball in den USA, Jennifer Janiska?
Shownotes
Jennifer Janiska hat auf der ganzen Welt professionell Volleyball gespielt, jetzt startet die einstige Kapitänin der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft noch einmal in den USA durch – in der brandneuen LOVB-Liga.
Jennifer ist 30 Jahre alt, 1,86 m groß und – so die Worte ihres Ex-Trainers – eine der besten Außenangreiferinnen der Welt. Als sie in der ersten Klasse ist, schleppt eine Freundin sie zum Volleyball. Der Sport ist extrem populär in ihrer Heimat Emlichheim, das direkt an der niederländischen Grenze liegt („Ich liebe Holland!“, sagt Jennifer – eine Aussage, die Katalina nur unterschreiben kann). Beim Training hat sie anfangs „ein bisschen Schiss vor dem Trainer“, bleibt aber trotzdem dabei, „weil gefühlt jedes Mädchen bei uns im Dorf Volleyball gespielt hat.“ Jennifer und ihre Trainer merken, dass sie Talent mitbringt – und auch unbändigen Ehrgeiz: „Ich wollte immer gewinnen.“ Dazu hat sie das, was damals im Frauensport rar ist: weibliche Vorbilder. Ihr Verein, der SCU Emlichheim, beheimatet sowohl Jugend- als auch Bundesligateams, alle Niveaus sind vertreten. Das wirkt sich auch auf die Motivation der jüngeren Spielerinnen aus: „Ich hatte immer ältere Spielerinnen, bei denen ich mir was abgucken konnte“, sagt Jenny, die bereits mit 14 Jahren ihre ersten Einsätze in der zweiten Bundesliga absolviert.
Ihr Leben verschreibt sie daraufhin dem Volleyball: Sie geht aufs Sportinternat nach Berlin, spielt in der Bundesliga und der italienischen Serie A1, wird für die A-Nationalmannschaft verpflichtet, nachdem sie in der Jugendnationalmannschaft gespielt hat, und wird bei der EM in Deutschland Vize-Europameisterin („das werde ich nie vergessen!“). Parallel beginnt sie ein Fernstudium. Sie spielt in Brasilien, in Japan, Thailand, Griechenland, Polen, Kasachstan – sie genießt die Reisen, die auch den Blick auf ihr Heimatland verändern. „Wir haben so viel erlebt, so viele schöne Dinge. Aber ich weiß jetzt auch die Standards zu schätzen, die wir zuhause haben.“
Nach einer kurzen Pause heuert sie im November 2024 in den USA an – in einer ganz neu gegründeten Profi-Liga: Die League One Volleyball, auch LOVB genannt (aussprechen soll man sie, so der Wunsch der Liga-Verantwortlichen, wie Love – also Liebe. Das sieht auf dem Papier super aus, ist aber in der Praxis gar nicht mal so leicht). Seit dem 8. Januar misst sie sich für LOVB Madison mit fünf anderen Teams, die in Atlanta, Austin, Houston, Omaha und Salt Lake City angesiedelt sind. In Playoffs Mitte April werden die Meisterinnen ermittelt, zudem gibt es einen Pokalwettbewerb. Die Liga lockt mit Star-Spielerinnen, guten Arbeitsbedingungen – und hohen Honoraren.
Die Volleyball-Faszination der US-Amerikaner ist riesig. Ein College-Spiel in Nebraska zog 2023 beeindruckende 92.003 Zuschauer an – ein Rekord im Frauensport. Trotzdem gibt es erst jetzt die ersten Profi-Ligen in den USA. Was diese von ihren europäischen Pendants lernen können, warum der Volleyball der Frauen immer schneller und härter wird und wie sie die Chancen auf eine Work-Life-Balance für Profisportlerinnen und Profisportler einschätzt – das alles erzählt die wunderbare Jennifer Janiska in dieser 121. Folge von Wunderbar Together. Danke, dass du bei Wunderbar Together zu Gast warst, liebe Jenny!
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