Wunderbar Together

Wunderbar Together

Die Schauspielerin: Christiane Seidel

Die Schauspielerin: Christiane Seidel

Ihren Einstieg hatte sie in einer Nebenrolle bei "Law & Order", der Durchbruch kam mit Boardwalk Empire, und nun hat sie gerade die Erfolgsserie "The Queens Gambit" (Damengambit) und einen noch geheimen Hollywoodfilm abgedreht: die Schauspielerin Christiane Seidel ist eine der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen im amerikanischen Film- und Fernsehgeschäft. In der 37. Folge des Wunderbar Together Podcasts blicken wir mit ihr hinter die Kulissen des Traumberufs Schauspieler*in, tauchen in ihr Leben mit ihrem Mann und ihren Zwillingen in Brooklyn ein, wo die Familie Deutsch, Dänisch, Chinesisch und Amerikanisch spricht – und diskutieren über die Unterschiede im deutschen und amerikanischen Filmbusiness.

Der Moderator: Steven Gaetjen

Seit fast zwanzig Jahren berichtet er live von den Oscars und bringt die amerikanischen Superstars wie Brad Pitt, Angelina Jolie, Tom Hanks oder Will Smith ins deutsche Fernsehen: der Moderator Steven Gaetjen.

Doch die USA bedeuten für ihn viel mehr: eine Kindheit zwischen Swimmingpools in Arizona; tagelange Ausflüge nach Disneyworld in Florida; der erste Job als Hilfskellner in Virginia, für 2.50 USD die Stunde; Beach Volleyball am Strand von Los Angeles mit einem jungen Schauspieler – seinem Bruder Andy. „Wenn ich irgendwo in Amerika aus dem Flugzeug steige und die Luft einatme, dann ist das für mich nach Hause kommen“, sagt Steven Gaetjen.

Die Autorin: Alice Hasters

Alice kommt aus Köln, ihr Vater ist weißer Deutscher, ihre Mutter ist schwarze Amerikanerin. Im Jahr 2019 hat sie das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ veröffentlicht, in dem sie von ihrem Leben als schwarze Frau in Deutschland erzählt - und auch ihre Erlebnisse mit ihrer Familie in Philadelphia schildert, wo sie zeitweise aufgewachsen ist und gelebt hat. Vor allem aber hat sie weißen Menschen die Augen geöffnet für den Rassismus in unserem Alltag.

Der Receiver: Amon-Ra St. Brown

Was bedeutet es, zwei größere Brüder zu haben und jeden Tag gegen beide zu rennen, zu springen und Gewichte zu stemmen, weil der Vater es so will? Wie fühlt es sich an, wenn man dann Football-Profi wird – und die beiden Brüder auch? Und was passiert, wenn die eigene Mama trotzdem jedes Jahr aus Kalifornien zum Karneval nach Köln fährt? Dies und mehr besprechen wir mit Amon-Ra St. Brown, mit gerade mal 21 Jahren frisch gebackener Profi und Wide Receiver bei den Detroit Lions in der NFL (National Football League), der sich zwischen Fitnesstraining und Video-Game-Session Zeit für Wunderbar Together nimmt.

Der Student: Shahab Gharib

„Ich bin eigentlich normal“, sagt Shahab. „Ich bin Student.“ Für die meisten ist das, was er geschafft hat, aber alles andere als normal. Shahab Gharib, geboren 2008 in Karlsruhe, ist mit gerade mal 13 Jahren der jüngste Student der Pace University in New York! Er studiert Geschichte und am Tag des Interviews hat er gerade einen Test zum Verhältnis von Russland und Europa im 17. Jahrhundert bestanden.

Shahab nimmt sich trotzdem viel Zeit für uns und erlaubt sogar, dass sein Vater Bardia mit ans Mikro kommt. „Er ist ein ganz normaler 13-jähriger, der schneller lernt als andere“, differenziert Bardia - „aber er ist auch der Doofel, der sein Zimmer nicht aufräumen kann.“ „Mutwillig nicht aufräumt“, wirft Shahab sofort ein. Ansonsten versucht Shahabs Papa, ehemals Boxtrainer, seinem Sohn Disziplin und Selbstlosigkeit vorzuleben. Und: dass das Leben nicht so kompliziert ist. „Ich bin durch und durch Optimist“, sagt Bardia. „Sehr nervig“, ruft Shahab.

Wie Shahab und seine Eltern gemerkt haben, dass er hochbegabt ist, warum sie für ihn ihr Haus am Strand von Florida gegen eine Einzimmerwohnung in Harlem eingetauscht haben und warum Shahab vom Fliegen träumt, dass alles erfahrt ihr in der 34. Episode des Wunderbar Together Podcasts.

Und Papa Bardia lädt euch ein: wenn ihr mal in New York seid - bei Familie Gharib gibt’s immer guten Kaffee. „Meldet euch! Ich hab noch nie ein unnötiges Gespräch geführt.“

Viel Spaß mit Shahab Gharib und seinem Papa Bardia!

Der Angstforscher: Prof. Stefan Hofmann

Tiefer Fall? Dunkelheit? Giftschlangen? Wir, Olli und Felix, haben vor all dem und noch viel mehr Dingen Angst. Prof. Stefan Hofmann nicht. "Nein", antwortet er ganz ruhig auf unsere Angstfragen. Als einer der weltweit bekanntesten Experten auf dem Gebiet der Angststörungen und der kognitiven Verhaltenstherapie sorgt er sich eigentlich nur um ganz wenige, ganz große Dinge: Einsamkeit. Tod. Klimawandel. "Davor haben wir alle Angst", sagt er. Um die Spinnen, die Monster, den Herzinfarkt? Da kümmert er sich wenn's passiert. Nicht vorher. Beneidenswert.

Stefan G. Hofmann ist der erste Professor, den wir duzen dürfen. Die Angst als Thema hat er im Studium entdeckt - und sie hat ihn nicht mehr losgelassen. Seit 1996 lehrt und forscht er an der Boston University, einer der größten privaten Universitäten in den USA. Er leitet dort das Psychotherapy and Emotion Research Laboratory, hat mehr als 400 wissenschaftliche Artikel in Fachmagazinen und 20 Bücher zum Thema Angst veröffentlicht. Nun kehrt er nach Deutschland zurück, als LOEWE-Spitzen-Professor wird er in Zukunft an der Philipps-Universität in Marburg lehren. Stefan hat zudem 2021 eine Alexander von Humboldt-Professur, den höchstdotierten internationalen Wissenschaftspreis Deutschlands, bekommen. Möbel kaufen muss er trotzdem selbst: seine Frau und die zwei Kinder bleiben zunächst in Boston.

In der 33. Folge des Wunderbar Together Podcast spricht Stefan darüber, wovor sich Deutsche und Amerikaner am meisten fürchten, wie sich unsere Ängste in der Pandemie verändert haben und wie wir beide unsere allergrößte Angst - die vor dem Fliegen - besiegen können. "Trinken, Wetterkarten studieren, das ist alles nur Vermeidung. Man muss sich in die Angst hineinlehnen", sagt Stefan. "Ihr müsst euch mit der Angst intensiv auseinandersetzen, um sie zu bekämpfen." Wie soll das gehen? Wir finden es raus – und werfen auch einen Blick in die Zukunft der Angst: "Psychedelika sind das nächste große Ding." Viel Spaß, und vor allem keine Angst, mit Professor Stefan G. Hofmann!

Der Hip-Hop-Fotograf: Pascal Kerouche

Nach dem Abi fliegt Pascal Kerouche mit einer Handvoll Dollar nach New York. Im Gepäck hat er wenig außer den Traum, einen Dokumentarfilm über Hip-Hop zu drehen. Er landet mitten in Parkchester, einem Viertel in der Bronx - für den Jungen aus Bremervörde ein großer Schritt in eine andere Lebensrealität: „Meine Zeit in der Bronx war wie in einem Actionfilm“, sagt Pascal. Die Kamera immer in der Hand filmt und knipst er sich durch Parties, Studios und gelegentliche Schießereien - bis er zufällig Rap-Superstar Snoop Dogg begegnet. Es wird sein Durchbruch als Hip-Hop-Fotograf: aus einem Abend mit vielen Bildern entstehen Monate und Jahre engster Zusammenarbeit. „Wo Snoop war, war ich auch.“ Ob tagelang im Studio oder monatelang auf Tour - Pascal ist Snoops persönlicher Fotograf und Begleiter, gestaltet dessen beispiellose Karriere mit und lernt Hip-Hop als Kultur kennen, die weit über das hinausgeht, was davon in Deutschland ankommt: „es ist ein Teil der Gesellschaft - eine Lebenseinstellung.“

Der Super Bowl-Gewinner: Sebastian Vollmer

"Am Anfang hab ich kaum ein Wort verstanden", sagt Sebastian Vollmer über seinen Einstand in Texas. Mit wenig Englisch und viel zu wenig Lebendgewicht, "dafür mit Dreiviertelhose und Umhängetasche" kommt er als Rookie in seiner ersten Mannschaft an. Acht Jahre hält der Zwei-Meter-Fünf-Mann schließlich in der National Football League (NFL), der vielleicht härtesten Sportliga der Welt, durch - "obwohl ich nicht der Talentierteste war; aber ich habe immer versucht, morgens der erste im Locker Room zu sein und abends der letzte, der rausgeht" - und gewinnt mit seinem Team, den New England Patriots, als erster Deutscher überhaupt zwei Super Bowl-Championships.

In Episode 30 des Wunderbar Together Podcasts gibt Sebastian, der inzwischen mit seiner Familie in Florida lebt und gerade eine Corona-Erkrankung überstanden hat, tiefe Einblicke ins Athletendasein. Von 150 Kilo Kampfgewicht, bei dem Treppen zur Herausforderung und Stühle zu Sperrholz werden, über seine Mentoren - „es gibt bestimmte Menschen im Leben, die nur das Beste für jemand anderen wollen“ bis hin zu den dauernden Verletzungen, die seine Karriere auch geprägt haben.

Als wichtige Stimme des Footballs zwischen Deutschland und Amerika träumt der 36-jährige Rheinländer heute vor allem davon, die NFL nach Deutschland zu bringen: "das ist und bleibt ein lebenslanges Ziel."

Der Produktmanager: Christian Byza

Er liebt Produkte über alles, macht den besten Kaffee im Silicon Valley und arbeitet Tag und Nacht in seiner ausgebauten Garage: Christian Byza alias @byzalativ. “Ich bin Perfektionist. Mein Mantra: Every Pixel Counts”, sagt er, und dass er den Spitznamen schon als Jugendlicher im niedersächsischen Vechta weghatte, “weil ich schon immer gern im Superlativ spreche.”

Als deutscher Digitaler in San Francisco arbeitet Christian tagsüber als Produktmanager für virtuelle Events beim sozialen Netzwerk LinkedIn, aber schraubt ansonsten jede Minute an und in seiner Garage – manchmal mit seinem kleinen Sohn, neuerdings aber vor allem viel hinterm Mikrofon: Im “Silicon Valley Update” spricht Christian jede Woche mit deutschen Unternehmer*innen in seiner Region. “Ich freue mich, mal auf der anderen Seite des Mikros zu sein.”

Der Kicker: Julian Gressel

Als er ankündigte, dass er bei der Fußball-WM 2022 durchaus auch für die US-Nationalmannschaft auflaufen würde, war er, der ausgewanderte Deutsche, in den Medien Tagesgespräch. „Ich freue mich auch jederzeit über einen Anruf von Jogi“, sagt Julian Gressel im Wunderbar Together Podcast grinsend. Möglich ist beides: Aufgewachsen im behüteten Vereinsleben in Mittelfranken, inzwischen Vertragsmillionär bei DC United, ist der 27-Jährige heute einer der besten Mittelfeldspieler in den USA. Spitzname: Gresselmania.

In Folge 27 von Wunderbar Together spricht Julian, der mit seiner Partnerin und neugeborener Tochter in einem Vorort der US-Hauptstadt Washington D.C. lebt, über sein Ankommen in der Liga der riesigen Stadien, den Boom des Fußballs in seiner neuen Heimat und die gemischten Gefühle des Profisports in der Pandemie. „Im leeren Stadion zu spielen ist eine große Herausforderung an die eigene Motivation.“