Wie geht's der amerikanischen Demokratie, Thomas Zimmer?
Shownotes
Achtung, heute wird es düster bei Wunderbar Together – wir tauchen richtig tief ein in die Krise der amerikanischen Demokratie und die Schlammschlacht, die gerade dort drüben tobt. Mit dabei: Thomas Zimmer, Historiker und DAAD Visiting Professor an der Georgetown University in Washington, D.C. Er lehrt zu Themen wie der Krise der liberalen Demokratie und dem Aufstieg des rechtsradikalen Konservatismus. In Deutschland ist er als gefragter USA-Experte bekannt, gibt Interviews in der Tagesschau, schreibt für Zeit Online – und analysiert dort, in welchem Stadium der Verfassungskrise sich die USA gerade befinden.
Auch uns erklärt er, wie Trump und seine Anhänger das System aushebeln und zuletzt eine „blinkende rote Linie“ überschritten haben, indem sie sich über Bundesgerichtsbeschlüsse hinwegsetzten. „Es geht nicht mehr um neue politische Inhalte, sondern darum, die Spielregeln der Macht zu verändern“, sagt er. Der politische Kulturkampf, den die USA gerade erleben, zeigt sich auch in seinen Seminaren: Eine trans Studentin und People of Color erleben direkt, wie sie von der Regierung ausgegrenzt werden: "Die Studentin weiß jetzt, sie lebt in einem Land mit einer Regierung, die findet, sie sollte gar nicht existieren. Andere wissen, wissen, wir leben jetzt in einem Land, in dem die Regierung findet, uns sollte man eigentlich aus der höheren Bildung, aus den einflussreichen Positionen in der Gesellschaft einfach verbannen.“ Dass sich wohlhabende Universitäten nicht stärker dagegen positionieren, frustriert ihn: „Die Universitäten wären eigentlich in der Pflicht, ihre Studierenden zu beschützen, so gut sie es können. Und erst recht diese wohlhabenden Privatuniversitäten, die über enorme Ressourcen verfügen und sagen könnten, nein, wir beugen uns nicht diesem Diktat, wir beschützen unsere Leute.“ Die Universitäten seien ein ungeheuer wichtiger Wirtschaftsfaktor: „Wenn die sich zusammenschließen würden und sagen würden, hier ist unsere gemeinsame Position gegen dieses Diktat der Trump-Administration, dann wäre das ein echtes Problem für die Trump-Regierung. Aber es passiert einfach nicht.“
Dass Thomas Zimmer so offene Worte findet – und diese auch „in jedes Mikro, das ihm unter die Nase gehalten wird“ äußert, liegt daran, dass sein Vertrag ausläuft – eine Tatsache, über die er nicht ganz unglücklich ist: „Angesichts der politischen Entwicklung haben wir uns entschieden, okay, wenn sowieso die Stelle jetzt ausläuft, dann ist vielleicht erst mal besser, wir verlassen das Land und das werden wir jetzt auch tun.“
Wann (und wo) er sich zuletzt richtig glücklich gefühlt hat, welche Medien er derzeit kommentiert, und warum er trotzdem immer noch einen Hauch von Optimismus verspürt (wirklich!) – das alles erzählt uns der wunderbare Thomas Zimmer in der 122. Folge von Wunderbar Together.
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RADIO.DE Wir sind mit Wunderbar Together jetzt auch bei radio.de gelistet und freuen uns wirklich sehr darüber. Eine tolle App – nicht nur fürs Radiohären, sondern auch um Podcasts zu konsumieren. Lieben Dank ans radio.de-Team.
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MITARBEIT Redaktion: Felix Zeltner, Katalina Farkas und Olli Nermerich Visuals: Vivian Schmidt Producing und Sound: Heiner D'Alquen
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