Was lehrt uns Kunst, Cordula Grewe?

Shownotes

Liebe Wunderbar-Together-Crew, wir sind immer noch ganz verzaubert von unserem wunderbaren Dinner, das vor einigen Tagen im verschneiten New York stattfand! Zusammen mit Miles & More haben wir mit Gästen aus sechs Jahren Wunderbar Together diniert. Verköstigt wurden wir von Chef Simon, dem vielleicht coolsten deutschen Koch in New York. Dazu gab es Jazz von Timo Vollbrecht, die beste Atmosphäre in einem wunderschönen Loft, und den vielleicht besten Blick auf den Madison Square Garden.

Ebenso begeistert wie über das Dinner sind wir von unserem heutigen Gast, Cordula Grewe. Cordula ist Professorin für Kunstgeschichte an der Indiana University Bloomington – und eine Frau, die Kunstgeschichte mit großer Klugheit, Wärme und Tiefe erzählt. Den Anfang des Gesprächs macht Caspar David Friedrich, der im vergangenen Jahr sein Debüt am Metropolitan Museum of Art gegeben hat, und dem dort eine großartige Ausstellung gewidmet wurde. Cordula hat einen Essay beigesteuert, in dem sie den Maler den Amerikaner*innen erst einmal näher bringen musste. Denn während er in Deutschland als eines der Aushängeschilder der deutschen Romantik gilt (und ihn wahrscheinlich jeder noch so kunstfremde Mensch kennt), fragen sich die meisten Amerikaner erst einmal: „Caspar, who?“

Zum Glück gibt es Cordula – die den Amerikanern erklären kann, wer dieser Caspar ist, und was seine Gemälde bedeuten. Cordula lebt und arbeitet zwischen Deutschland und den USA, forscht zu deutscher Kunst, Erinnerungskultur und Ästhetik und bringt genau jene transatlantische Perspektive mit, die unsere Gespräche so besonders macht. Für sie geht es darum, dass Kunst uns lehrt, wirklich hinzusehen – denn Kunst, sagt sie, darf „gefallen, aber muss auch lehren“. Und überhaupt: Ein Bild verstehe man oft dann erst besonders gut, wenn es einem nicht unmittelbar zusagt – oder wenn man es mit etwas Abstand betrachtet.

Das gleiche gilt laut Cordula, die seit Jahrzehnten in den USA lebt, übriges auch für einen selbst: „Man verändert sich, wenn man woanders wohnt. Nicht nur reist, sondern woanders wohnt, sodass man sich anpassen muss, sich akkulturieren muss.“ Deshalb messe sie, die ursprünglich als Fulbright-Stipendiatin in die USA kam, auch Austauschprogrammen großen Wert zu: „Deswegen bin ich auch in die Lehre gegangen. Ich bin eben doch jemand, der tatsächlich an Bildung glaubt und immer noch glaubt, trotz allem, und daran auch festhalte. Und da denke ich auch immer, ein Student, one student at a time.“

Warum sie das Gefühl hat, dass ihre Familie von den USA gerettet wurde, inwiefern ihre Verbindung zu den USA auch eine zutiefst persönliche ist und welche ihrer Student*innen sie besonders beeindruckt haben – das alles erzählt die wunderbare Cordula Grewe in dieser 149. Folge von Wunderbar Together.

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